Positionspapier Wirtschaftsförderung
SPD WORPSWEDE für die Zukunft unserer Gemeinde
Positionspapier Wirtschaftsförderung
Verbesserung der Einnahmesituation der Gemeinde Worpswede neue Ansätze bei der Wirtschaftsförderung
1.
Das entscheidende Hindernis für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Gemeinde Worpswede ist die katastrophale Haushaltssituation der Kommune.
Während auf der Ausgabenseite des Worpsweder Gemeindehaushalts die Sparmöglichkeiten weitgehend ausgeschöpft erscheinen, sind nach Auffassung der SPD auf der Einnahmeseite in der Vergangenheit noch nicht alle Potentiale genutzt worden. Unausgeschöpfte Potenziale sieht die SPD insbesondere im Bereich der Wirtschaftsförderung.
Eine erfolgreiche Ansiedlung von Unternehmen und Gewerbe in der Gemeinde Worpswede könnte nicht nur über zusätzliche Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommenssteuern einen wichtigen Beitrag zur Sanierung der Gemeindefinanzen leisten, sondern würde darüber hinaus auch zusätzliche Arbeitsplätze in unserer Kommune schaffen.
2.
Sofern überhaupt von einer gezielten Wirtschaftsförderung gesprochen werden kann, so hat sich diese für die Gemeinde Worpswede bisher weitgehend auf den Tourismussektor konzentriert.
Nach Überzeugung der SPD sind jedoch u.a. die Lebensqualität in der Gemeinde, die einzigartige Verbindung von Kunst, Kultur und Landschaft und der überregionale Bekanntheitsgrad Worpswedes positive Standortfaktoren, die unsere Gemeinde durchaus auch für Unternehmen außerhalb des Tourismussektors interessant machen. Darüber hinaus können sich aus der geplanten Metropolregion Bremen/Oldenburg neue Entwicklungsperspektiven auch für die Gemeinde Worpswede ergeben.
3.
Wirtschaftsförderung wurde bisher vorrangig als Aufgabe des Landkreises angesehen.
Die Initiative der Worpsweder SPD richtet sich jedoch nicht primär an den Landkreis, sondern zielt vornehmlich darauf ab, Aktivitäten und Ressourcen in der Gemeinde Worpswede zu entwickeln bzw. zu nutzen.
Zur Sensibilisierung der politischen Gremien für eine systematische und langfristig angelegte Wirtschaftsförderung schlägt die SPD als ersten Schritt die Bildung einer interfraktionellen Arbeitsgruppe des Gemeinderats einschl. Vertretern der Verwaltung vor. Die Heranziehung externer örtlicher Kompetenzen ( Unternehmer, ehemalige Unternehmer, Unternehmensberater u.ä.) ist wünschenswert.
Erste Aufgabe der Arbeitsgruppe ist die Erarbeitung eines Konzeptes für eine eigenständige Wirtschaftsförderung der Gemeinde Worpswede.
Die Arbeitsgruppe soll darüber hinaus in der praktischen Arbeit Ansprech- und Kooperationspartner sein für
- an einer Ansiedlung im Gemeindegebiet interessierte Unternehmen
- die Wirtschaftsförderung des Landkreises Osterholz
- sonstige einschlägige Institutionen, Verbände, Kammern etc.
Eine wichtige Aufgabe der Arbeitsgruppe muss nicht zuletzt der Aufbau und die Pflege von Kontakten zu bereits in der Gemeinde tätigen Betrieben und Unternehmen sein. In Gesprächen mit ortsansässigen Gewerbebetrieben wurde von diesen immer wieder das offenbar geringe Interesse der Kommunalpolitik und eine mangelnde Unterstützung seitens der Verwaltung beklagt.
4.
Der Flächennutzungsplan und die Bebauungspläne müssen unter dem Gesichtspunkt Möglichkeiten der Gewerbeansiedlung überprüft und aktualisiert werden. Generell ist eine Ausweitung gewerblich nutzbarer Flächen wünschenswert; allerdings muss dabei selbstverständlich Rücksicht genommen werden auf die touristischen Interessen der Gemeinde und die Lebensqualität der Bevölkerung. Der Tourismus spielt zwar für das Gewerbesteueraufkommen der Gemeinde nur eine vergleichsweise geringe Rolle, stellt aber einen erheblichen Teil der Arbeitsplätze in der Gemeinde zur Verfügung. Vorrangig für eine Ansiedlung interessant sind deshalb weitgehend emissionsfreie Gewerbe/ Dienstleistungen mit vergleichsweise geringem Flächenbedarf, von denen keine oder nur geringe Beeinträchtigungen von Ortsbildern, Natur und Landschaft ausgehen.
5.
Die Nutzung des einzigen großflächigen Gewerbegebiets der Gemeinde in Neu St. Jürgen ist unbefriedigend. Gerade angesichts der sichtbaren Ansiedlungserfolge anderer Gemeinden müssen geeignete Maßnahmen geprüft werden, die die Attraktivität dieses Gewerbegebietes vergrößern können. Überprüft werden müssen aus Sicht der SPD u.a. die baulichen und gestalterischen Auflagen, aber auch die bisher ausschließlich passive Bewerbung des Gewerbegebiets.
6.
Konkrete Projekte und Maßnahmen unter dem Leitbild Leben und Arbeiten in Worpswede könnten darüber hinaus zum Beispiel sein:
die Einrichtung eines Handwerkerhofes (Verbindung von traditionellem Handwerk, Kunsthandwerk und Kunstschaffenden) und von Dienstleistungszentren (selbstständige Dienstleister, Architekten, Designer, IT-Berufe, Unternehmensberater u.ä.);
die Einrichtung einer Informations- und Beratungsanlaufstelle in der Gemeinde, in der interessierte Existenzgründer durch qualifizierte und erfahrene Ruheständler vor Ort Beratung und Unterstützung finden.
Eigene überregionale Werbeaktivitäten der Gemeinde, evtl. auch in Kooperation mit in der Gemeinde ansässigen Unternehmensberatern;
Die Realisierung des Projekts Mediendorf als Plattform für Informationen und Angeboten für ansiedlungsinteressierte Unternehmen
Worpswede, Juli 2006













